The Chug Club
Über diese Location
Von außen würde man beim Chug Club wahrscheinlich kaum vermuten, dass sich hinter den abgeklebten Fenstern im Stil bunter Kirchenfenster eine der spannendsten Bars Hamburgs versteckt. Gerade das macht den ersten Besuch aber so besonders: Kaum tritt man durch die Tür, verschwindet der Lärm der Reeperbahn plötzlich komplett und macht Platz für eine konzentrierte, fast schon intime Atmosphäre. Dunkle Samtstoffe, warme Messingdetails und kleine Nischen sorgen dafür, dass sich die Bar gleichzeitig elegant und überraschend entspannt anfühlt. Besonders angenehm finden wir dabei die Aufmerksamkeit des Teams: Zu den Drinks wird automatisch immer wieder kostenlos Wasser nachgeschenkt, und die Beratung wirkt nie arrogant, sondern ehrlich begeistert und unglaublich kompetent.
Kulinarisch beziehungsweise cocktailtechnisch dreht sich im Chug Club alles um sogenannte „Chugs“ – kleine Cocktails irgendwo zwischen Shot und vollwertigem Drink. Genau dadurch entsteht dieses besondere Konzept, bei dem man sich durch viele verschiedene Geschmackswelten probieren kann, ohne nach zwei Drinks komplett erledigt zu sein. Besonders empfehlen würden wir den wechselnden „Chug Flight“ mit drei verschiedenen Mini-Cocktails auf Tequila- oder Mezcal-Basis. Nicht nur für Agaven-Spirituosen-Fans ist das spannend, sondern auch für Menschen, die Tequila bisher nur mit Salz und Zitrone verbunden haben. Viele Zutaten sind hausgemacht, die Drinks überraschend komplex und oft deutlich experimenteller, als man es von klassischen Cocktailbars kennt.
Nur wenige Schritte von der Reeperbahn entfernt hat sich der Chug Club längst zu einer festen Institution der internationalen Barszene entwickelt. Gründerin Betty Enkelmann gilt als eine der prägendsten Persönlichkeiten der Hamburger Cocktailkultur, und die zahlreichen Auszeichnungen der Bar kommen definitiv nicht von ungefähr. Gleichzeitig wirkt der Laden nie elitär oder übertrieben exklusiv. Zwischen Bar-Nerds, Kreativen und Künstler:innen aus dem Schmidts Tivoli oder dem Stage Operettenhaus entsteht eine angenehm gemischte Atmosphäre abseits des typischen Kiez-Trubels. Wir sind uns sicher, dass der Chug Club vor allem deshalb so besonders ist, weil hier Trinken weniger Konsum und viel mehr echte Entdeckungsreise ist.
